Fibromyalgie

Die ganzheitliche Behandlung der Fibromyalgie

Der erste Schritt ist die osteopathische und chiropraktische Mobilisation der einzelnen Gelenke des Bewegungsapparates und der Wirbelsäule um eine optimale Beweglichkeit und Körperstatik herzustellen. Da es sich vornehmlich um Schmerzen im Bindegewebe handelt, besteht die Schmerzbehandlung in einer Bindegewebsbehandlung mit Trigger-Stoßwellen-Therapie, Neuraltherapie und einer Pulsatorischen-Bindewebsbehandlungen.

Um aber die Ursachen für Bindegewebsveränderungen herauszufinden können benötigt man noch weitere Untersuchungen:

1. Säure-Basen-Haushalt
2. Analyse des Stoffwechsels + Immunsystem
3. Entgiftungsleistung der Leber
4. teilw. Schadstoffbelastung des Körpers
5. teilw. Mikrobiologische Stuhluntersuchung
6. Analyse des vegetativen Nervensystems

Säure-Basen-Haushalt:

Der menschliche Organismus ist gezwungen, zur optimalen Balance seiner Stoffwechselvorgänge, die pH-Werte sowohl im zellulären Bereich (Blut, Organstrukturen), wie auch im Bereich der Gewebsflüssigkeiten genau zu regulieren, da andernfalls die hochaktiven Enzymleistungen der etwa 50.000 Milliarden Körperzellen nicht optimal aufrechterhalten werden können. Während der menschliche Körper in der Lage ist den pH-Wert im Blut konstant zu halten, kann es in den Körperzellen sowie den Gewebsflüssigkeiten zu Säureansammlungen (kompensierte metabolische Azidose), mit einer chronischen Übersäuerungsbelastung des Körpers und einer verminderten Pufferkapazität der Zellgewebe kommen.
Übersäuerte Zellstrukturen können sowohl die enzymatischen Vorgänge nicht mehr optimal gewährleisten, als auch die so wichtigen Ionen-Zyklotron-Ströme, die zwischen Zellen und ihrer Umgebung fließen, hemmen. Es kommt damit zu einer Stoffwechselverschlechterung und zu einem Energiedefizit. Bei stärkerer Ausprägung der Säure-Basen-Dysbalance besteht schließlich eine Entartungsgefahrdung, d.h. Krebsrisiko.
Gründe der chronische Übersäuerung, liegen in der Tatsache, dass unser Körperstoffwechsel einen ständigen Kampf gegen übersäuernde Einflüsse ausgesetzt ist, da die meisten energiegewinnenden Reaktionen (Verbrennungen) im Körper Säure produzieren. Andere Übersäuerungsquellen sind Eiweißüberernährung, chronische Darmgärung, hormonelle Fehlstörungen beispielsweise bei Zuckerkrankheit mit verminderter Säureausscheidung, Fieberzustände, Durchfallzustände (Verlust von Basen), chronische Leberschäden, verminderte Ausscheidungen von Säuren, Herzschwäche, chronische Bronchitis, Asthma und Emphysem, ungenügende Atmung bei der zu wenig Kohlensäure abgeatmet wird, chronische bakterielle Gifte, sowie Medikamente, wie Kortison, Aspirin, Rheumamittel, etc.

Aktuelle Untersuchungen an der Aesculap-Klinik (Schweiz) bestätigen, dass etwa 90% der Tumorpatienten eine Gewebsübersäuerung zeigen. weshalb auch diese Patienten einer gezielten Säure-Basen-Diagnostik und Therapie zugeführt werden sollten.

Seit dem Jahr 2003 steht uns mit der aktualisierten Form der Säure-Basen-Analyse nach Jörgensen (modifiziert nach van Limburg Stirum), eine moderne, wisenschaftliche und zeitgemäße Diagnostik des Säure-Basen-Haushaltes zur Verfügung.

Es handelt sich hierbei um einen Säurebelastungstest des Blutes (Vollblut und Plasma) zur Messung der jeweiligen Pufferkapazität. Dem frisch abgenommenen Blut und Plasma wird Salzsäure tropfenweise zugegeben und fortlaufend der pH-Wert elektronisch-digital gemessen. In einem Säulenschema wird die BasenPufferkapazität sowohl im Extrazellulärbereich (Plasma), wie auch im Vollblutbereich analysiert. Mit der von Limburg Stirum'schen Gleichung' kann dann die intrazelluläre Pufferkapazität errechnet werden; diese wird mit den Normwerten von gesunden Klienten verglichen. Die Software kann den Bedarf des Patienten an Baseninfusionen (Natriumbicarbonat- oder Trometamol-Infusionslösung), Mineralstoffen Vitaminen oder Aminosäuren anhand gemessenen Säurewerten und weitern eingegebenen Blut- und Körper-Parametern ermitteln.

Es hat sich gezeigt, dass häufig bei Fibrornyalgie-Patienten, wie auch bei Tumorpatienten, die Basenpufferreserven erschöpft und verbraucht sind, so dass dann eine Zufuhr mittels Infusion indiziert ist. Diese moderne Säure-Basen-Analyse nach Jörgensen und von Limburg Stirum ist daher bei uns zum Standard bei der Fibrornyolgie-Diagnostik geworden. Die Schadstoffbelastung des Körpers ermittelt man durch eine Urin- bzw. Blutanalyse. Sie reicht in den Einzelkomponenten von Aluminium bis Zinn. Während die Blutanalyse vor allem nach akuter Schadstoffbelastung indiziert ist, kommt der Urinanalyse vor und nach Provokation bei Schwermetall-Belastungen eine sehr wichtige Rolle zu. Nach Gewinnung des Mittelstrahl-Morgenurins als Vergleichswert, wird ein Entgiftungs-Provokationstest mit einem Chelatbildner (DMSA und EDTA) durchgeführt, um im Körper vorhandene Schwermetalle zu mobilisieren und zur messbaren Ausscheidung zu führen. Hierbei wird der Urin nach Gabe des Chelatbildners gesammelt und eine Probe untersucht. Handelt es sich in der nach der Provokation gewonnenen Analyse um Blei-, Kadmium-, Zinn- oder Eisenvergiftung, empfiehlt sich therapeutisch eine DMSA-EDTA-Chelat-Ausleitung. Quecksilber, Chrom, Arsen, Kupfer, Blei (vor allem bei Kindern) lassen sich auch gut mit DMSA (Kapsel) therapieren. DMSA, das Salz der Bernsteinsäure, hat hervorragende Eigenschaften vor allem in der Schwermetall-Entgiftung des Gehirns, da es sehr leicht die Blut-Hirn.-Schranke überwindet. Die Entgiftung über Gabe eines Chelat-Bildners (mittels Infusion oder orale Einnahme) muss immer kombiniert werden mit einer hochdosierten Vitamin C-Infusion, der gleichzeitig B-Vitamine, Glutathion, Magnesium und Kalium zugegeben werden. Vitamin C in hoher Dosierung per Infusion fördert hervorragend die Leberentgiftung von Schwermetallen.

Zur Unterstützung der Schadstoffausleitung haben sich moderne, physiotherapeutische Maßnahmen, wie die modifizierte radiale Stoßwellentheapie (ESWT) und die Pneumatische Pulsations-Therapie (PPT) besonders bewährt, die von entsprechend ausgebildeten Therapeuten hervorragend zur Entschlackung der Gewebe durchgeführt werden können. Es handelt sich bei der PPT um ein elektrisches Schröpfen mit hervorragender Möglichkeit der Durchblutungsförderung und Aktivierung des Muskel- und Bindegewebes (Pischinger Raum), der eine große Rolle in der Entgiftung spielt. Beide Maßnahmen sind besonders ergiebig im Zusammenlang mit einer speziellen Entgiftungsinfusion. In einigen Fällen muss auch nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten (IGG vermittelt), im Blut gefahndet werden, um eventuell vorhandene Antikörper gegen tierische oder pflanzliche Nahrungsbestandteile aufzuspüren.

Eine besondere Beachtung findet in letzter Zeit die Untersuchung auf "Leaky-gut-Syndrom" (Untersuchung des Darmes auf Durchlässigkeit) in der Diagnostik des FMS. Sowohl die IGG und IGE vermittelten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, bzw. Allergien, wie auch die Gluten-Enteropathie und chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) können zu allergisch toxisch bedingten Spalten in der Darmschleimhaut führen, mit dem Resultat einer vermehrten Durchlässigkeit der Darmwand im Dünndarmbereich. Dadurch kommt es zu einer ausgeprägten Überlastung des dem Darm direkt nachgeschalteten Stoffwechselorgan Leber mit Schadstoffen und Toxinen, mit pathologisch erhöhten Leberwerten, vermehrten Entzündungsreaktionen, Abgeschlagenheit, chronischen Erschöpfungszuständen. (Häufig bei FMS + CFS Patienten auftretend).

Eine ebenfalls wichtige Untersuchung in der Diagnostik des FMS ist die Messung der Aktivität des vegetativen Nervensystems anhand der Herzfrequenz-Variabilitätsuntersuchung. Diese Untersuchung wird anhand des Nerv-Express, einer quantitativen Bewertung des autonomen Nervensystems, sowie Health-Express, einer quantitativen Bewertung der allgemeinen körperlichen Fitness durchgeführt. Es handelt sich bei beiden Untersuchungen um ein völlig neues, nicht invasives, computergesteuertes Untersuchungssystem, das auf der Bewertung der Herzfrequenz-Variabilität beruht; es ist weltweit das erste und einzige System, das diese Methode zur Bewertung des autonomen Nervensystems (ANS) nutzt. Anhand der Aktivität von Sympathikus und Parasympathikus wird der vegetative Status eines gesunden, bzw. kranken Menschen gemessen.