Lactose Intoleranz

Viele Menschen hörten es schon mal, doch wenige wissen darüber Bescheid. Die Laktose-Intoleranz !!! Die Betroffenen quälen sich teilweise Monate bis Jahre lang mit gesundheitlichen Beschwerden herum bis man endlich eine Erklärung findet. Obwohl bekannt ist das allein in Deutschland 12 Millionen Menschen (15 % der Bevölkerung) davon betroffen sind. Aber was ist es denn nun ?...Eine Allergie oder was?........

Es ist ein Enzymdefekt und die Auswirkungen sind beachtlich. Jeder siebte leidet wegen des Laktose Gehaltes in den Lebensmitteln unter Beschwerden wie , Schwindel, Nervosität ,Verdauungsstörungen (Krämpfe, Durchfall etc. ) unreiner Haut, Haarausfall, Übelkeit, Migräne und Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmung. Dieses sind aber nur ein paar (von mir durchlebten) Symptomen. Nicht bei allen sind die Symptome gleich. Je nach Stärke der Intoleranz merken viele Menschen nicht einmal das sie davon betroffen sind.

Obwohl man Laktose-Intoleranz mit wenig Aufwand diagnostizieren könnte, dauert es meistens sehr lange bis es gefunden wird. Die meisten Menschen akzeptieren ihre Beschwerden und suchen nicht weiter nach den Ursachen. Erst wenn die Beschwerden eine Beeinträchtigung des täglichen Lebens werden, wird danach gesucht.
Leider wurde dieser Unverträglichkeit in Europa bis jetzt zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl es schon lange Menschen mit diesen Enzymdefekt gibt.
Früher konnte man diese Beschwerden einfach auf eine Unverträglichkeit der Milch und ihren Produkten schieben. Heute haben sich unsere Essensgewohnheiten grundlegend geändert. Wir ernähren uns nicht nur aus Grundnahrungsmitteln sondern auch aus Fertigprodukten, Fertigsossen, Wurstwaren, Backmischungen aller Art, Brot und Brötchen, Fastfood u.s.w.
Bestimmt fragen sich jetzt einige...Na und, was ist daran falsch?
In den meisten Produkten sind zur Haltbarkeit, schöneren Färbung u.s.w. Hilfsmittel enthalten. Darunter auch Laktose als Zusatzstoff. Viele leiden unter Mysteriösen Beschwerden für die viele Ärzte aus Mangel an Kenntnis keine Erklärung finden. Ich habe als Kind immer Milch getrunken.....werden einige nun sagen. Das heißt aber nicht das sie es immer noch können.

Wenn Milchzucker krank macht

Laktose (Milchzucker) ist ein natürlicher Bestandteil der Milch. Man findet ihn u.a. auch in Sahne, Molke oder Käse.
Bei der Herstellung industriell gefertigter Lebensmittel wird Milchzucker oftmals als Zusatz verwendet. Backwaren, Pommes frites, Kroketten, Fertigsoßen, Salatdressing und viele andere Fertigprodukte enthalten Milchzucker, ohne dass es vermerkt werden muss.
Zur Aufspaltung der Laktose benötigt der Organismus Laktase-Enzyme.

Etwa 15 % der Deutschen, d. h. jeder 7. Bürger, leidet an einem Laktase-Enzymmangel. Dieser ist entweder angeboren oder erworben.
Menschen mit einer Unterversorgung an Laktase-Enzymen können die Milchzuckermoleküle im Dünndarm nur unzureichend oder gar nicht aufspalten. Im Dickdarm kommt ein chemischer Prozess in Gang, der dann für das Beschwerdebild der Laktose-Intoleranz verantwortlich ist.

Die Laktose-Intoleranz ist eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit und keine Nahrungsmittelallergie! Sie wird auch als Milchzucker-Unverträglichkeit bezeichnet.

Symptome einer Laktose-Intoleranz

  • Durchfall / durchfallartige Beschwerden
  • Breiiger Stuhl
  • Verstopfung
  • Übelkeit nach dem Essen
  • Bauchgeräusche
  • Vermehrte Darmgasbildung
  • Blähbauch
  • Chronische Müdigkeit
  • Depressive Verstimmungen
  • Gliederschmerzen
  • Innere Unruhe
  • Schwindelgefühl, Kopfschmerzen
  • Erschöpfungsgefühl, Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Unreine Haut
  • Konzentrationsstörungen usw.

Diagnose der Laktose-Intoleranz

In der Praxis führen wir einen Laktose-Belastungstest durch. Der Patient nimmt 50g Laktose aufgelöst in 300 ml Flüssigkeit zu sich. In Abständen von 30 Minuten wird der Blutzuckerspiegel gemessen. Erhöht sich der Blutzuckerspiegel nicht, liegt eine Laktoseintoleranz vor. Bei schon bekannter Unverträglichkeit kann auch ein Gentest gemacht werden.

Ernährung bei Laktose-Intoleranz

Eine laktosefreie Diät ist nur für kurze Zeit notwendig. Der totale Verzicht auf laktosehaltige Nahrungsmittel auf Dauer ist nicht notwendig, meistens auch nicht möglich, da in vielen Produkten des täglichen Lebens Laktose enthalten ist.
Je nach Intensität des Laktase-Mangels ist der Verzicht oder die Reduzierung von verschiedenen Produkten notwendig.
Joghurt enthält durch die Wirkung der Milchsäurebakterien meistens einen sehr geringen Milchzuckeranteil. Geringe Mengen werden daher meistens gut vertragen. Gleiches gilt für Quark, Buttermilch und Butter.
Käse wird je nach Sorte und Menge unterschiedlich vertragen. Je älter ein Käse, desto weniger Milchzucker ist enthalten.
Laktase-Präparate sind als Ersatz für das fehlende Enzym einsetzbar. Sie sind rezeptfrei und Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Laktosehaltige Nahrungsmittel

  • Milch und Milchprodukte
  • Abgepackte Wurstwaren
  • Fertigtütensuppen
  • Fertigsoßen
  • Salatdressing
  • Backwaren, Speiseeis
  • Paniermehl
  • Nuss-Nougat-Creme
  • Torten und Kuchen
  • Klöße, Kroketten, Pommes frites
  • Ketchup, Senf, Mayonnaise
  • Geschmacksverstärker
  • Kondensmilch und Kaffeeweißer
  • Streugewürze
  • Bouillon, Margarine
  • Schoko- und Keksriegel
  • Zahlreiche Süßigkeiten
  • Kartoffelpüree
  • Pfannkuchen und Omelette
  • Süßstofftabletten
  • Medikamente

Laktosefreie Nahrungsmittel

  • Obst, Gemüse
  • Marmelade, Honig
  • Kaffee, Öl, Fruchtsäfte
  • Reis, Nudeln
  • Sojamilch und Sojadrinks
  • Unverarbeitetes Fleisch, Fisch, Geflügel
  • Süßstoff in flüssiger Form
  • Eier
  • Zucker (außer Milchzucker)
  • Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreide
  • Gemüsesaft, Salz, Nüsse

Buch: Laktose-Intoleranz * Thilo Schleip

Internet: www.laktofit.de

Eine tolle Seite über Laktoseunverträglichkeit ist: www.petis-web.com

 

Mehr über Lactoseintoleranz

Wie äußert sich eine Lactoseintoleranz?

Ist es Ihnen auch schon öfter so gegangen: Sie trinken ein Glas Milch oder Kakao, essen einen Joghurt oder ein Eis und nach kurzer Zeit werden Sie von heftigen Beschwerden geplagt. Sie haben Völlegefühl und Blähungen, der Leib ist aufgetrieben, mitunter kann es zu krampfartigen Schmerzen des Bauches kommen und eventuell müssen Sie dünne Stühle entleeren. Nach einigen Stunden setzt dann langsam eine Erleichterung ein. Da diese Beschwerden fast immer nach dem Genuss von Milchprodukten auftreten, haben Sie schon an eine Milcheiweißallergie gedacht und sich darauf untersuchen lassen. Der Befund war allerdings negativ. Übrigens vertragen Sie Hartkäse recht gut, der bei einer Milcheiweißallergie ebenfalls meist zu Beschwerden führt. Wenn diese Schilderung auf Sie zutrifft, dann haben Sie wahrscheinlich eine Lactoseintoleranz.

Was ist eine Lactoseintoleranz?

In unserer Darmschleimhaut haben wir ein Enzym namens Laktase. Dieses spaltet die mit der Nahrung aufgenommene Laktose (Milchzucker), so dass sie aufgenommen und im Körper verwertet werden kann. Fehlt dieses Enzym oder wird es zu wenig gebildet, dann können nur sehr geringe Mengen Laktose toleriert werden. Man spricht daher von einer Lactoseintoleranz. Es handelt sich dabei nicht um eine Allergie. Dies ist sehr wichtig. Bei einer Allergie können nämlich manchmal geringste Spuren eines Allergens zu einer bedenklichen, im Extremfall sogar lebensbedrohlichen allergischen Reaktion führen. Bei der Lactoseintoleranz ist dies anders. Hier werden - abhängig von der Ausprägung der Lactoseintoleranz - mitunter noch bedeutsame Mengen gut vertragen. Erst wenn eine bestimmte Schwelle, die individuell sehr unterschiedlich ist, überschritten wird, treten die oben erwähnten Symptome auf. Während der Erwachsene ohne Lactoseintoleranz 30 g oder mehr gut vertragen kann, führt diese Menge bei der Lactoseintoleranz zu besagter Symptomatik. Die Schwelle kann bei 10 g liegen oder auch schon bei 5 g. Sehr Empfindliche bemerken bereits bei einer Menge von 1 g oder weniger deutliche Beschwerden. Nach der Ausprägung der Lactoseintoleranz muss sich dann auch die Strenge der diätetischen Maßnahmen richten.

Was sind die Ursachen der Lactoseintoleranz?

Es gibt einen seltenen primären, angeborenen Laktasemangel. Hier kommt es bereits im Säuglingsalter zu Durchfällen nach Genuss von Muttermilch. Fast immer liegt jedoch ein erworbener Laktasemangel vor, d.h. im Kindesalter wurde Laktose noch gut vertragen, später dann immer weniger. Werden auch Getreideprodukte nicht vertragen, so ist differentialdiagnostisch an ein Vorliegen der einheimischen Sprue (Zöliakie) zu denken. Dabei wird das Gluten (Klebereiweiß) in bestimmten Getreidesorten nicht vertragen. Es kommt zu einer Atrophie (Gewebeschwund) der Darmschleimhaut. Damit geht dann auch die Fähigkeit, Laktose zu spalten, verloren. Am häufigsten ist jedoch die genetisch bedingte, erworbene Lactoseintoleranz.
Es hilft dem von Lactoseintoleranz Betroffenen zwar nicht unmittelbar weiter, mag aber etwas tröstlich sein: Sie sind nicht allein! Mehr als 80 % aller erwachsenen Weltenbürger haben eine Lactoseintoleranz. Es ist für die biologische Spezies Mensch also eigentlich vollkommen normal, im Erwachsenenalter eine Lactoseintoleranz zu bekommen. Nur in der weißen Rasse hat sich eine "Mutation" von Menschen in der Evolutionsgeschichte durchsetzen können, die auch als Erwachsene noch Laktose vertragen. Biologisch macht es durchaus Sinn, eine Lactoseintoleranz zu erwerben. Säugetiere - und hierzu gehört der Mensch aus Sicht der Biologie nun einmal - trinken als Säuglinge und nur als Säuglinge Milch, und zwar die ihrer Mutter. Die Fähigkeit, auch als Erwachsene Milch trinken zu können, stellt üblicherweise im Tierreich keinen Selektionsvorteil dar und geht daher mit zunehmendem Alter verloren.

Lediglich in der weißen Rasse hat sich der Verzehr von Milchprodukten in den letzten, sagen wir einmal 1000 Generationen eingebürgert und begünstigt daher diejenigen, die auch als Erwachsene noch Laktose verdauen können. Aber selbst in der weißen Rasse gibt es schätzungsweise 14 % - also jeder Siebte -, die eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Lactoseintoleranz besitzen. Geringe Ausprägungen werden zeitlebens meistens nicht bemerkt. Hier würden nur Provokationen mit großen Mengen (30 g oder mehr) zu Beschwerden führen. Eine Lactoseintoleranz mit einer Intoleranzschwelle bei 1 bis 10 g Laktose macht sich in der Regel auch im Alltag bemerkbar.
Wichtig ist: Denken Sie daran, dass bei entsprechenden Beschwerden eine Lactoseintoleranz die Ursache sein könnte!

Wie wird die Lactoseintoleranz diagnostiziert?

Wenn aufgrund der klinischen Symptomatik ein begründeter Verdacht besteht, so kann der Arzt einen Lactoseintoleranz-Test veranlassen. Dabei handelt es sich um einen Provokationstest, bei dem morgens anstelle des Frühstückes eine größere Menge Laktose (30g oder mehr) in einem Glas Wasser verabreicht wird. Dann wird stündlich der Blutzucker gemessen. Normalerweise kommt es nach der Laktosezufuhr zu einem Anstieg des Blutzuckers. Ist dies jedoch nicht in ausreichendem Maße der Fall, so besteht der Verdacht auf eine Lactoseintoleranz. Dieser Verdacht wird erhärtet, wenn nach der Laktose die bekannten Symptome (z.B. Blähungen, Durchfall) in starkem Maße auftreten.
Etwas aufwändiger, aber noch genauer ist der Wasserstoffatemtest. Die Vorbereitung ist mit der des Bluttestes identisch bis auf den Umstand, dass Sie keinen Blutstropfen opfern müssen, sondern stündlich eine Atemprobe abgeben müssen. Diese Atemprobe wird auf die Konzentration an Wasserstoff überprüft. Normalerweise wird die Laktose bereits in den oberen Darmabschnitten vom Darm aufgenommen. Bei einer Lactoseintoleranz ist dies natürlich nicht der Fall. Die Laktose gelangt in tiefere Darmabschnitte, wo sie von bestimmten Bakterien verstoffwechselt wird. Diese produzieren dabei - quasi als Abgase - Wasserstoff. Der Wasserstoff wird von der Darmschleimhaut aufgenommen und verteilt sich im Körper. Ein Teil davon wird in der Lunge ausgeatmet und kann gemessen werden. Wenn eine bestimmte Wasserstoffschwelle in der Atemluft überschritten wird, gilt die Lactoseintoleranz als gesichert.
Es gibt heutzutage schon einen absolut sicheren aber auch teuren Gentest.

Wie wird die Lactoseintoleranz behandelt?

Da die fehlende Laktase die Ursache der Lactoseintoleranz ist, könnten Patienten mit Laktase zu jeder Mahlzeit erfolgreich therapiert werden. Mittlerweile gibt es auch Laktase in Apotheken oder Reformhäusern zu kaufen. Jedem Patienten mit Lactoseintoleranz ist anzuraten, sich Laktase zu besorgen und damit eigene Versuche durchzuführen. Wie viel Laktase benötige ich, um welche Menge an Laktose oder laktosehaltigen Lebensmitteln gut zu vertragen? Eine Dauertherapie sollte dann - schon wegen der relativ hohen Kosten - jedoch nicht mit der Laktase praktiziert werden. Im "Notfall" - etwa bei einer Einladung zum Essen - kann es durchaus hilfreich sein, Laktase einzunehmen, um beispielsweise die Eiscreme zum Nachtisch nicht ablehnen zu müssen. Grundlage der Therapie bei Lactoseintoleranz ist jedoch der weitgehende Verzicht auf Laktose. Bei einer sehr stark ausgeprägten Lactoseintoleranz sollten Sie sich praktisch laktosefrei (maximale Zufuhr 1g Laktose täglich) ernähren. Bei etwas geringerer Ausprägung der Lactoseintoleranz reicht eine laktosearme Kost (maximal 5-10 g Laktose täglich) aus. Die individuelle Schwelle muss ausgetestet werden.

Was darf ich bei Lactoseintoleranz denn überhaupt noch essen und was nicht?

Generell gilt:

  • Milchprodukte werden meist nicht vertragen, außer Käsesorten mit einem Laktosegehalt bis zu 1g pro 100 g.
  • Laktosefreie Milchersatzmittel wären Soja- oder Kokosmilch.
  • Joghurt mit lebenden Keimen werden etwas besser vertragen als erhitzter Joghurt, da die Milchsäurebakterien des Joghurts einen Teil der erhaltenen Laktose abbauen.
  • Kartoffeln, Gemüse, Obst, Fleisch, Fische, Eier und Fette sind praktisch laktosefrei.
  • Fragen Sie Ihren Metzger auch nach dem Laktosegehalt seiner Würste.
  • Auch Süßigkeiten wie Milchschokolade, Pralinen, Bonbons, Schokoladenriegel und Eiscreme sind oft laktosereich.
  • Viele Backwaren wie Brote, auch Knäckebrote, Brötchen oder Kuchen enthalten Milch, Milchpulver oder Sahne und damit Laktose.
  • Ganz wichtig: Viele Fertiggerichte (z.B. fertiges Kartoffelpüree, Fertigsoßen, Fertigsuppen, diverse Instantpulver, Dessertcremes) enthalten teilweise beträchtliche Mengen an Laktose. Bitte schauen Sie auf die Zutatenliste oder informieren Sie sich gegebenenfalls bei der Firma.

Hier eine Liste mit dem Laktosegehalt wichtiger Milchprodukte (g/100 g):

 

Milchpulver mind. 40
Joghurt mit Früchten ca. 13
Kondensmilch ca. 11
Eiskreme, auch Fruchteis ca. 6
Schmelzkäse ca. 5
Joghurt ca. 5
Kefir ca. 5
Fertigdesserts ca. 5
Kaffeesahne ca. 4
Dickmilch ca. 4
Molke ca. 4
Buttermilch ca. 4
Emmentaler, Bergkäse ca. 3
Quark ca. 3
Hüttenkäse ca. 3
Sahne (süß, sauer) ca. 3
Creme fraiche ca. 3
Frischkäse 40 % ca. 3
Edamer, Gouda ca. 2
Chester, Schafskäse, Limburger, Romadur, Mozzarella, Butterkäse, Harzer, Raclette unter 1
Butter ca. 0,6
Butterschmalz (Ghee) 0

Welche Medikamente darf ich bei Lactoseintoleranz nicht einnehmen?

Einige Medikamente sind sehr laktosereich. Dabei handelt es sich um Mikrobiologische Präparate mit Milchsäurebakterien (Bifido-, Laktobazillen). Diese verwerten Laktose als ihre natürliche Nahrung, weshalb die Kombination prinzipiell Sinn macht. Für Patienten mit Lactoseintoleranz sind solche Präparate natürlich kontraindiziert. Mittlerweile gibt es aber auch Präparate ohne Milchzucker. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Es gibt auch Mineralpräparate auf Milchzuckerbasis (z.B. Basica). Diese Präparate sind bei Lactoseintoleranz ebenfalls nicht angezeigt.

Homöopathische Tabletten bestehen zu fast 100 % aus Laktose (plus homöopathische Spuren des eigentlichen Arzneimittels). Wenn Sie vier übliche homöopathische Tabletten einnehmen, dann haben Sie bereits ein Gramm Laktose zugeführt. Bei einem auf Laktose sehr empfindlichen Menschen kann dies schon ausreichen, um Beschwerden zu erzeugen. Manchmal werden auch größere Mengen an homöopathischen oder Schüßler-Salz-Tabletten verordnet (z.B. stündlich 1 oder 3x4 am Tag). Dabei kommen dann Laktosemengen zusammen, die bei Lactoseintoleranz problematisch sein können. Treten hierunter Beschwerden auf, die nicht als homöopathische Erstreaktion, sondern als Lactoseintoleranz gedeutet werden, müssten Sie anstelle der homöopathischen Tabletten Tropfen oder Globuli (Kügelchen aus Traubenzucker) nehmen.

In der Arzneimittelbeschreibung zahlreicher Medikamente steht bei den Hilfsstoffen u.a. oft die Laktose aufgeführt. Patienten mit Lactoseintoleranz geraten dann manchmal geradezu in Panik und meinen, dieses Medikament auf keinen Fall nehmen zu dürfen, weil sie doch eine Lactoseintoleranz haben. Noch einmal der Hinweis: Lactoseintoleranz ist keine Allergie! Kleine Mengen werden auch von sehr empfindlichen Menschen in aller Regel toleriert. Und die Mengen im Überzug einer Tablette bewegen sich meist im Milligramm-Bereich. Lediglich wenn Sie wiederholt bei einem Test mit einem solchen laktosehaltigen Medikament ihre typischen Beschwerden entwickeln, sollte zusammen mit dem Arzt oder Apotheker nach einer laktosefreien Alternative gesucht werden.

Bekomme ich bei Lactoseintoleranz nicht sicher eine Osteoporose?

Lactoseintoleranz = weitgehende Ernährung ohne Milchprodukte = sichere Entwicklung einer Osteoporose wegen Kalziummangel! Diese Gleichung ist genauso nahe liegend wie falsch. Bedenken Sie bitte die oben aufgeführten Zahlen: 80 % der Weltbevölkerung vertragen keine Milchprodukte. Vergleichende statistische Erhebungen konnten jedoch keine Häufung von Frakturen in den Bevölkerungen ohne Milchwirtschaft feststellen. Erstaunlicherweise ist hier die Rate an Frakturen bei älteren Menschen sogar geringer. Natürlich spielen andere Faktoren (z.B. Bewegung, Sonneneinstrahlung) eine wichtige Rolle, aber die Aussage: "Milchfreie Kost führt unweigerlich zu Osteoporose!" ist in dieser Form sicher falsch. Umgekehrt kann man nun auch nicht behaupten, Milch führt zu Osteoporose, aber die Bedeutung der Milchzufuhr in der Osteoporosevorbeugung wird meines Erachtens weit überschätzt.

Die Kalziumzufuhr kann auch bei Lactoseintoleranz leicht gesichert werden. Wussten Sie, dass praktisch alle Gemüsesorten kalziumreicher als Vollmilch sind? Zwar ist Milch kalziumreicher, wenn man den Gehalt pro 100 g berücksichtigt, wird aber der Gehalt pro 1000 kcal berechnet, dann liegt das Gemüse vorn. Nüsse und Samen sowie Sojaprodukte sind ebenfalls sehr kalziumreich. Und auch Mineralwässer, wenn sie mehr als 250 mg/l enthalten können viel zur Deckung des Kalziumgehaltes beitragen. Schauen Sie bitte auf das Etikett und wählen sie ein solch kalziumreiches Wasser, wenn Sie wegen einer Lactoseintoleranz auf Milchprodukte verzichten müssen. Die Behauptungen, Kalzium aus Mineralwasser würde nicht so gut aufgenommen oder sich in den Gefäßen ablagern, dürfen mittlerweile als Ammenmärchen gelten.

Sie sehen: Auch mit einer Lactoseintoleranz lässt es sich leben. Wichtig ist doch: Wenn die Lactoseintoleranz als Ursache ihrer Blähungen, Durchfälle und sonstigen Verdauungsbeschwerden erkannt wurde, können Sie selber aktiv etwas dagegen tun. Die gewissen Einschränkungen in der Lebensmittelauswahl sind doch nichts im Vergleich zum Gewinn an Lebensqualität durch die Beseitigung der Bauchbeschwerden.

Weiterführende Links:

www.petis-web.com